Sonntag, 2. August 2009

Überzeugungsstricher

Im Geiste bin ich eine Hure.
Ich vetrüge das eine Ideal mit dem anderen,
kehre der einen Überzeugung den Rücken zu, um die andere zu begehren,
gänzlich ohne schlechtes Gewissen.
Denn mein Herz ist rein und meine Hände gewaschen.
Am Ende ficke immer ich dich!
Zwischen Traditionen & Dogmen, Wissenschaft & Pragmatikern.
Nachdem ihr euch mir erbarmt habt, schlachte ich euch aus,
bis euer Blut an meinen Händen klebt
und eure Gestalt wie ein Abdruck in meine Haut gedrückt vergammelt.
Ich lasse dich fallen, wie ich meine Hüllen fallen lasse.
Und immer hinterlasse ich Chaos.
Ihr, du, du Glaube, ob Irrglaube oder Artefakt,
scharrt ihr euch um mich,
als liebtet ihr mich, wie ich euch hasse.
Im Geiste bin ich eine Hure.
Denn ohne Liebe kein Hass. Ohne euer Eindringen keine Verwerfung.
Am Ende hasse ich euch immer.
Wärt ihr in eurem Charakter nur nicht so überzeugend &
eurem Körper so brutal schön.
Töten würde ich für euch &
euch dann töten.
Aber hauptsache geliebt.
Hauptsache eine Bindung eingegangen, die einen daran erinnert,
dass man lebt.
Ich lebe für...Ich lebe weil..., na weil...Ich lebe von & ich lebe bei....
Nein, ich zergehe in eurer Vielfalt,
beschmutze euren Prestige der Abstinenz,
ich kann nicht nur eine haben,
einen Lebenshauch, der mich aufatmen lässt.
Stattdessen ersticken meine Lungen
an eurer Anhänglichkeit zu tausend...
in all eurem Dasein, mit all eurem Druck.
Ich wendet euch an mich.
Ich bete euch an.
Ich erhebe euch & vertrete euch, verteidige euch.
KURZ
Dann liegt ihr, liegst du brach.
Nicht ich.
Ich lache mir den Existentialismus an,
bringt mich das Christentum zum Weinen.

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