Sonntag, 27. Dezember 2009

oh, wie die Nachtigall mit Ignoranz mich straft

Liebe Arschloch-Nachtigall,
lang hast du nichts mehr von dir hören lassen
und dein Entfall
macht sich bemerkbar. Fang an dich zu hassen.

Denn was weg bleibt,
im Wechsel der Sonnen,
vom einen auf den anderen Tag,
ohne davon zu singen,
gehört gerupft.
Deine Federn in meinem Kissen,
deine Leber von Zähnen verrissen,
kein Tschiep Tschiep,
frag nich warum oder wie,
jetzt hör ich nur noch Run DMC.

Liebe Arschloch-Nachtigall,
dein Baum ist gefällt.
Ich habe Kleinholz aus ihm gemacht,
daraus Singvögel geschnitzt,
und egal wo du jetzt sein magst,
sind deine Kumpanen taub-stumme Gesellen.

Früher war ich dein lyrisches Ich
und du das Echo meiner Sehnsucht,
hieltest mich
Nächte lang wach in Stunden der Schreibwucht,
warst meiner Liebe so immanent,
uns verband eine Kraft, die sonst so niemand kennt.
Du Tier,
Melancholie meiner Gier!
Du Bier,
hieltest den Rausch immer aufrecht!

Liebe Arschloch-Nachtigall,
nach der Romantik warst du vergessen,
bis zu meiner Obhut, meinem Stall,
hättest fast einen Platz in der Lyrik der Gegenwart besessen!
Aber nach der Szene, die du vollbracht,
ja, Schicht im Schacht
mein Schätzchen!
Jetzt hör ich nur noch
-und ich weiß echt nicht warum oder wie-
jede Nacht Run DMC.

Bist du mit deinem Schwarm gezogen?
Hast mir deine Wehleidigkeit nur vorgelogen?
Warst doch der Inbegriff einer einsamen Nacht,
warst die unangezündete Ikea-Kerze der Leidenschaft,
warst der schönste Schattenschnitt im Vollmond,
du Arschloch-Nachtigall hattest dich echt gelohnt!
Bist du mit deinem Schwarm gezogen?
Gabs da jemanden anderen außer mir?
Sitzt du 3 Bäume weiter, mich betrogen
und bist für jemand anderen mitleidendes Tier?
Hast du dich vielleicht selbständig gemacht
und leitest Selbsthilfegruppen?
Wirst du dich angepasst haben
und als Konsum-Nachtigall entpuppen?!??!?!?

Du kannst nichts sagen, was mich aus meiner Schmach beförderte,
du bist weg, es war einmal dass ich dich hörte,
vielleicht wars Joseph von Eichendorff der dich verstörte
oder aufdringlich wurde, die vergötterte, zu sehr betörte!

Ist ja auch egal wann oder wie,
jedenfalls hör ich nur noch Run DMC.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Suizid

Diese eine Brücke führt über den Jordan,
ist gespickt mit Speck zwischen Teer,
sodass sie an zwei Sünden erinnert:
Rauchen und Fressen.
Unter der Brücke die Autos,
zwei Kilometer weiter ein Museum für diese.
Dort versteht niemand, dass Hässliches schön ist,
sie nennen es: Industrie-Schick.
Das klingt nach einer unheilbaren Krankheit.
So steigt Benzinluft hoch
und streichelt dem Speck um die Hüften
und dem Teer um die Lunge.
Griesgram hängt in den Wolken,
die auch fast platzen vor Zurückhaltung,
kein Wolkenbruch,
sie sehen gefährlich aus, gar schwärzlich,
wenn sie schlucken,
dann aber nich Wasser lassen.

Bis ihnen ein Messer durch die Lungen fährt
und alles aufatmet.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Zum Sterben schön

Du Moment bist zum Sterben schön.
Und das ist kein Widerspruch.

Nicht zum Sterben zu schön,
sondern eine herrliche Wucht
wohnt jedem Pixel inne.
Bist kein Bild für das man sterben möchte,
man gewinne
an Mut und brächte
sich des perfekten Endes,
dem großartigsten Abspann,
dem Ausspann & dem Umgang,
dem Abgang & dem Draufgang,
dem Aufgang & dem Übergang
halber einfach um.

Man kommt drauf
am Höhepunkt nicht mehr runter zu müssen,
verliert ganz oben auf
die Lust Füße zu küssen,
über Asphalt zu lecken,
Eckenstaub zu zwirbeln,
sich unter Schränken zu verstecken,
durch Erdgeschosse zu wirbeln.
Jetzt hoch hinaus!
An Wolken gekratzt,
den Vogel abgeschossen
& die Sonne geküsst,
scheint als habe man beschlossen
die Taube auf dem Dach zu sein,
dem Wind mal um die Ohren zu peitschen,
ja dem Donnerwetter allein
gesellschaft zu leisten.

Du Moment bist zum Sterben schön.
Und das ist kein Widerspruch!

Denn wenn man der Hoffnung nicht mehr bedarf,
ist das Sterben keine Schlucht,
eher ein Einvernehmen beider Parteien,
wenn sich Schönheit und Tod im Augenblick vereinen.
Dann liegst du einem in den Ohren,
und man sebst spitzt sie & spitzt,
doch du brichst nicht ab.
Scheinst zu höherem auserkoren,
lässt die Kirche im Dorf,
schwebst über der Stadt.

Oh Vollkommendster, du lähmst meine Glieder,
bist Engelschor, nein,
Komponist ihrer Lieder!
Und Wein,
ja Wein!
Süße Droge,
Kotzelachen,
sitzt auf der Empore,
wenn Menschen zu tausendfachen
ins Glase schaun
und sich durch den Boden
dem Ikea-Slogan
anvertraun.

Oh HErrlichster, streichelst meine Seele,
deine Hand aufs Herz,
bist die letzte Wehe
an einem Morgen im März,
die gebährt.
Dir bleibt keine Tür versperrt.
Trittst du erst ein,
trittst du richtig zu,
trittst auf und drauf,
bist Protagonist
des Moments ohne Hunger,
des Moments ohne Schlafmangel,
des Moments ohne jeglichen Kummer,
des Tickens ohne Zeitdruck,
der Mitternacht ohne Aberglaube,
des Klingelns zur Pause,
bist die lockerer Schraube
in Stuttgart 21,
die alles zum Einstürzen bringt.

Oh, wie der Tod um die Schönheit ringt,
ein Meisterwerk, ein Kampf der Giganten,
ein heiliger Krieg auf die Spitze getrieben,
kennt keine Gnade, keine Verwandten.

Er & Sie
Sie & Er
Bruder und Schweste
in einer Badewanne.

Du Moment bist zum Sterben schön.
Und das ist kein Gegensatz.

Samstag, 12. Dezember 2009

Der Mond hat sich erhangen

Der Mond hat sich erhangen,
die goldnen Sternlein bangen
am Himmel entstellt und karg.
Der Wald steht schwarz und leidet
und aus den Wiesen scheidet
der greiße Feldwebel, unschlagbar.

Wie ist die Welt ohn' Wille
und in des Dämmrungs Mülle
anschaulich und so gescholt',
als ein stiller Jammer,
wo ihr des Tages Drummer
entlarven udn vermessen sollt.

Seht ihr den Mond dort flehen?
Er ist nur halb am Abstehen
und ist noch wund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir famos entfachen,
weil unsre Augen sie nicht durchsehen.

Wir holzen Menschenkinder
mit Scheitel und Erfinder
und wissen gar nicht viel.
Wir gewinnen Luftgespinste
und buchen Femininste,
frommen Eiter vor dem Ziel.

Gott lass uns einen Keil bauen,
auf wicht'ges, vergängliches Grauen
der Ekelheit uns freu'n.
Lass uns grätig werden
und vor dir hier beschweren,
wie Kinder dumm und gefährlich sein.

Wolltest endlich unser Schämen
aus dieser Welt entnehmen
durch einen Brocken Brot.
Und als du uns benommen,
krass auf deinem Ross erklommen,
da sind wir mehr und du bist Schrott.

So legt euch denn ihr Sünder
in des Schrottes Waben nieder,
Gewalt liegt euch im Bauch.
Verschon uns, Gott, von Braven
in denen Hass und Hochmut schlafen,
und unsren blanken Nachbarn auch.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Wir- Fass ohne Boden

Mensch, da haben wir ja ein ganz schönes Fass aufgemacht.
Und betrunken schunkeln wir nun voreinander hin und her,
wunken uns zu und dunken nicht viel,
sunken in offene Gespräche
als Halunken vieler Märchen.
Schämten uns und trunken und trunken,
lähmten uns und wunden uns
im eigenen Erbrechen.

Mal dringend offen sprechen, sagst du.
Und als ich längst abgewunken,
sprinkt dein Funken,
dein Wille auf mich über-

Offenes Verhältnis,
bis auf die Knochen.
Und wie wir uns so voreinander räkeln,
fangen wir bloß an uns zu bemäkeln.

Offene Worte,
die Münder bluten aus.
Und wie wir da so in der Blutlache sitzen,
sieht es aus, als würden wir Dornen schwitzen.

Offene Arme,
es geht grade so weiter.
Und wie wir so auf den anderen warten,
hat jeder für die Zweisamkeit schlechtere Karten.

Enemene MUH, mach dich ZU!
Das klingt ja wie ein Emo-Gedicht.
Jaja, ich verstehe mich ja selber nicht!
Das Schreiben ist meine Therapie,
Krisenplan udn Wortgewalt vis à vis.

Offene Augen,
sie fallen fast raus.
Und wie wir nur durch Blicke wagen,
fangen wir an uns gegenseitig zu entsagen.

Offene Bauchdecke,
die Schmetterlinge längst weg.
Und wie wir mager am Hungertuch nagen,
sind es unsre hohlen Hände die uns plagen.

Enemene MUH, mach dich ZU!
Das klingt ja wie ein Emo-Gedicht!
Jaja, ich weiß, aber das ist es nicht.
Ich hasse das Dunkel und meide das Sterben
und einen Emo kann man im H&M erwerben.
Aber meine Gefühle sind keinesfalls käuflich,
hab keine schwarze Seele, sie ist vielmehr...gräulich...

Mensch, da haben wir ja ein ganz schönes Fass aufgemacht.
Unsere Körper langsam zu Boden gesunken,
merken wir, wie unsere zweisamen Herzen stunken.
Beim anderen punkten war lange nicht mehr drin,
und das Spiel, das dabei entstunden,
will keiner von uns dulden.

Offen gesprochen, Versprochenes erbrochen,
frage ich: "Willst du auch ein Stückchen von meinem Magensäureröckchen?"
Er sagt: "Sehr gerne, mein kleines Kotzbröckchen!
Wir sitzen in einem Fass ohne Boden...
...wir können so viel Kotze fressen, wie wir roden!"
"Das ist ja das Paradies auf Erden!!",rufe ich.
Ja wie in Garten Eden,
der super duper Farm der Dachschäden!
Überall offene Verhältnisse, Fässer ohne Boden,
Erwürgtes an Stauden und Dosenkohl-Methoden!

Und wie wir uns so betrunken auf der dunklen Straße zuwunken,
erfreut darüber uns nicht mehr ankotzen zu müssen,
prunkten in unseren Köpfen Erleichterungen.
Endlich können wir uns trennen
und müssen uns nicht regelmäßig in ein Fass ohne Boden tunken.

Mittwoch, 18. November 2009

__________~___________


Die Ewigkeit dauert genau so lange, bis der Mensch die Idee leugnet.

Mutschka

Ich fragte Mama, was sie für mich sei.
Sie sagte: "Kind, ich bin dir nicht nur einerlei!"

"Aber was verbindet uns denn wirklich?"
"Wenn du aus der Schule kommst,
frag ich dich, wie's um dich steht,
ob du Hunger hast
und wie's dir geht,
selbst wenn ich weiß,
du gibst ungern Antwort,
so frag ich dich auch morgen
und die Tage immer fort.

Und bis du mir dein Herz öffnen willst,
muss ich es beschützen,
dass ihm nichts anderes einfiele,
als deiner Mutter Liebe
als große Stütze."

Donnerstag, 12. November 2009

Das Unaussprechliche

Ja, so sind die Dichter.
Es ist ihnen eine Farce,
dass sich ein Ding der Sprache entziehe.
Sie sind zu gerne Richter.

Doch sich einem solchen Paradox zu widmen
ist ihnen eine derbe Raserei,
denn sie kämpfen alle gemeinsam
für die Wortklauberei.

Selbst das höchst Unaussprechliche
pressen sie in ein Gewand
und verkaufen es als Offenbarung,
die Mystik nimmt überhand.

Ein Wort für NICHTS
oder das NICHTS für ein Wort?
Der Literat hält nicht dicht,
er fordert die Maxime! Sofort!!

Das NICHTS muss sterben!
Man setze vielleicht Erotik an seine Stelle.
Als Gewand ein Négligé
und dessen Träger säumen eine Dauerwelle.

NEIN! Plötlich wird die Nacktheit zu greifbar!
Die Frau trage einen Hauch von NICHTS!
---und der eiserne Dichter wird dem Komplexen wieder gewahr-
Sprache kommt an ihre Grenzen...bis...-

Ja, so sind die Dichter.
Sie klammern ganz furchtbar
und stinken.
Sind meistens aufblasbar,
auf Abruf bereit,
die Pumpe das Bier,
mit dem NICHTS im Streit,
boxen in die Luft, das NICHTS im Visier.
Aber sie blasen sich auf
und fallen wieder in sich zusammen,
erzeugen einen Wunderwind,
den sie mit Euphorie entflammen.

Bis der Erste das Licht am Ende des Tunnels sieht,
der Zweite vielleicht ein Atombombentestgebiet,
ein Nächster ein...Glied,
und für den danach ist der Dichter seines größten Glückes schmied...

Dabei wirkt es einen Moment wie all das.
Was danach kommt ist LEERE.
Dem Poet wäre es eine Farce
gäb das Publikum sich dieser Schwere.

Denn auch das NICHTS hat seinen Moment,
es hat ein Recht darauf zu leben!
Es verbraucht NICHTS an Platz & NICHTS an Zeit
und ist dennoch existent!

Ja, so sind die Dichter.
Sie geben nicht zu,
dass sich etwas der Sprache entziehe.
Wir sind zu gerne Richter.

Und wenn da NICHTS ist,
dann ist da mindestens ein Vakuum!
Mindestens keine Spur von Korpulenz!
Da! Ein Funke der Auflösung
und des Ödland Kompetenz!
Ein ultimatives Drumherum,
ein Firlefanz, ein Klacks,
nicht die Bohne an Füllung
und keine Silbe Zuwachs.

Es ist nicht das NICHTS!
Es ist ein Haus aus Fenstern.
Und wer klug ist, schmeißt Steine dagegen,
bringt das Orchester
der Einöde verwegen
zum Klingen.

Dann hört man NICHTS...
"Wer ohne Pult ist
werfe den ersten Stein!"

Denn das Pult der Formalität
gibt dem NICHTS keinen Raum!
Es ist die künstlerische Freiheit,
SIE ist die Rampensau!

Ja, so sind die Dichter.
Sie blöken vor Überzeugung,
sind sich aber gar nicht mal so sicher.

Donnerstag, 5. November 2009

In Zukunft isst Holger sich selbst

Wenn da drinnen
nicht mehr ist,
rein gar nichts,
nur noch Vogelschiss,
dann muss da was rein.

Woher den Inhalt?
"Ich bin halt.",
sagt Holger.

Und in allem was er ist
stößt es ihn ab.
Holger läuft rückwärts,
das hält ihn auf Trapp.
Nichts liegt vor ihm,
außer ein Steak.
Nichts liegt in ihm,
außer dem Steak.

Denn alles was vor ihm liegt
schlägt ihm auf den Magen,
die Stunden die sich dehnen
platzen seinen Kragen.

"Allein sein
ist kein Sein...",
flüstert das Steak.
Holger rauft sich die Haare.
Wenn es bloß nicht vor ihm läg-
Er stolpert rückwärts,
das Fleisch -irgendwo- nur noch ein roter Fleck am Horizont.
Stolpert Treppen runter,
lässt das STück Fleisch vor sich liegen.
Der Weg zurück streicht die Wände bunter,
er hebt die Hände, um sich andersrum zu verabschieden.

Holger rennt, er rennt
ohne zu fallen.
Der Rückenwind brennt
nicht in seinen Augen,
seine Worte klingen wie das große Lallen,
grüßt die ihm unangenehm ähnliche Nachbarin
"ollaH annA!", streicht sich verlegen das Kinn,

Dann kommen die Häuser,
alles dreht sich um Holger,
Backsteingemäuer,
Passanten, keine Verfolger
ihm auf den Fersen mehr,
die Straßen gefegt leer.
Er biegt rückwärts in den Schweinestall.
Eine Zeitlang wirkt der wie ein Reinheitsfall,
wie er so erlebt daliegt...
...und Holgers ehemaliges Tierhüter-Dasein im Bauernbetrieb.

Er läuft wie auf Stelzen durch das Stroh,
atmet tief ein, merkt gleich was ihm droht.
"Ihr seid das Salz der Erde!",
riecht man hier zwischen den Tieren ganz deutlich.
Und wo ICH dabei sein werde
ist mir nicht gebräuchlich.

Ich bin der Soundtrack
von "Zurück in die Zukunft",
bin der Dreck
heruntergebrannter Kerzen meiner Vernunft.
Ich bin der Abschaun auf dem Magensaft
meiner verdauten Lebenskraft,
bin ein Vorfahre meiner selbst,
ich bin nach dem Sommer der Herbst.
Ich bin Kafka mit Vater auf Bordellbesuch.
Ich bin allerhöchstens ein Tagebuch.

Aber wenn da drinnen
nichts mehr ist,
rein gar nichts,
nur noch ein eiserner Schiss,
dann muss da was rein!

Denn alles was drinn ist
hinterlässt einen Furz.
Holger wälzt sich im Mist,
er braucht das kurz.

Die Frage ist, wer ihn überredet
den Schritt nach vorn zu machen,
denn wenn man sich rückwärts freut,
bleibts im Halse stecken das Lachen...
haha...h..a...ha...krg.
Er schluckts einfach runter
und grunzt dabei,
fühlt sich immer ungesunder,
es liegt im Magen wie Blei.

Festgetackter am Scheunenboden
sieht er die Schweine, die maroden,
ist ihnen gänzlich verbunden,
sieht ihre runden
Bäuche
voller Säuche.
Sie haben keine Zukunft,
leben vom Silo in den Mund.
Aber IHNEN macht es nichts aus...

Und woher ein Inhalt?
"Ich bin halt",
sagt Holger.
Fängt an vorwärts zu laufen,
schlachtet ein ihm unangenehm ähnliches Schwein,
ums morgen vom Bauern zu kaufen.

Dann sitzt er da in seiner Küche,
merkt dass er selbst vor sich liegt,
spürt sämtliche Brüche
die er im Arme wiegt.

Er ist die Sau,
die Sau ist er.
Das Steak soll ihn aufbaun,
doch das wär
wie Oralverkehr
mit sich selbst.

Freitag, 30. Oktober 2009

ExpressDada

Dort wo halbe Tauben fliegen,
würden wir schon Frieden kriegen,
aber irgendwas das fehlt,
unser Wille, was das lebt.

Große Torten trinken Kaffee,
halbe Stücke Kuchen, eine Karaffe
und ihr Thema en moment
ist letzte Ruhe in Clermont-Ferrand.

Über Dächern wider Willen
fliegen Torten 3 pro Millen,
können keine kreischend schrillen
Töne spucken, Töne grillen.

Denn unser Wille ist ihr Weg.
Harald den halben Frieden untern Teppich legt...

Montag, 19. Oktober 2009


Als ich merkte, dass zu einem ansehnlichen Charakter dazu gehört "Nein" zu sagen, beschloss ich gegen Zieharmonika-Musik zu sein.
...und für das Hohelied.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Menstruation

Zu was ich mich heute durchgerungen habe ist kein lyrischer Erguss…wohl eher ein lyrischer Ausfluss…
~Ein Gedicht über Menstruation

…und trägt den Titel:

-Gut ausgehangen, fehlt nur noch medium gebraten-

Wir fließen mit der Zeit,
die Zeit fließt in uns,
die Dinge werden Einfluss,
deren Produkt sich im Ausfluss zeigt.

Und ja, ich denke an Menstruation…
Und ja, ich denke an die extrem blutige Version!!!
Wir Frauen bluten aus wie gehängtes Stück Schwein,
da frag ich mich, wie sähe das nur aus
wollten wir an solchen Tagen bei einander sein?!!!

Als Meetingpoint ist die Kirche ein wunderbarer Ort,
man legt sich einfach auf den Altar
und hofft dass man dafür nicht in der Hölle schmort
dass man das Opferlamm spielt
und gezielt
das weiße Deckchen unter Jesus besudelt.

In Schlachthäusern könnten sie ruhig Öffnungszeiten an die Türen kleben
Vor den Eingangstoren an großen Stäben
Aktionsplakate einspannen
„Heute, nur für SIE, blumig duftende Auffangwannen“
Und der Werbeslogan der Kampagne:
„Reden im Überfluss,
und ihren Ausfluss
als Aufguss“

Letztens trank ich mit meiner Freundin bloody Mary
Unter Krämpfen einen Ibuprophen800er-Sherry.
Nebeneinander auf der Schlachtbank,
schon völlig benebelt von dem Trank,
spürten wir wie unsere Lenden trotzdem abbrachen,
sie mit Kettensägen auf unsere Unterleiber einstachen,
man alles zerfetzte was unterhalb der Gebärmutter lag,
mit einem Schlag
spürten wir selbst unsere Beine nicht mehr,
setzten uns aber, weiß Gott, nicht zur Wehr,
wissend, es hätte sowieso keinen Sinn,
denn der der für seine Ziele blutet,
trägt letzten Endes den Hauptgewinn.
Jesus und so…

Uns dessen bewusst,
standen wir motiviert auf und rannten ohne Beine
durch die Stadt, unserem Frust
Luft zu machen, ihn von der Leine
Zu lassen.


Stellt euch vor, wir standen dann eine Stunde
Vor einem Gebäude,
sammelten Blut aus der notorischen Vagina- Wunde,
um der Freude
zu erliegen
und damit die Wände zu verzieren
mit voll roten Händen Parolen an den weißen Putz zu schmieren,
in etwas so:

„Rot, Farbe der Hiebe“
oder…„Oben hui, unten pfui.“…ODER
Erkennet, die Frauen sind die wahren Heiländerinnen,
sterben binnen
4 Wochen einen neuen Tod,
um die Art zu erhalten,
die Beständigkeit der Welt zu verwalten
und leben nach dem Gebot:
„Du sollst nicht morden,
sondert gemordet sein
an jedem 28.Tage
bluten wie ein gehängtes Schwein.“

Nach dieser Aktion waren wir die Neuschöpfer des Wortes Gebärdensprache.

Danach n Käffchen Im Schlachthaus, waren ja „Ihr Ausfluss als Aufguss“-Wochen, und dann WEITER:

Weiter zu Blutrun.
Bei Blutrun schmiedeten wir gerne unsere Schlachtpläne.
Sie hatte noch die Folie über den Polsterstühlen.
Musste einem also nicht unangenehm sein falls mal was daneben ging.
Schlachtplan , das war der Deckname für unsere Organisation
gegen die Unterdrückung menstruell argumentierender Frauen.
Diese Unterdrückung ist heutzutage eher subtil, nicht ganz so offensichtlich.
Ein Druck für den vielleicht nicht mal Männer was können.
Der Blutdruck.
Das Thema wurde normalerweise auch bei uns mit Samthandschuhe angefasst,
um sich nicht zu bekleckern,
aber wenn’s erstmal auf den Tisch kam,
war Blutrun die letzte die sich bremsen konnte und machte sich drüber her.

„Isch glaabs ja ah net, aba pro Dach sinns gefühlde seschzisch lidda Soß, die aus mer raus fläddan.
Isch könnd dammit logga Wannlinien auffa Audobahn ziehn,
oda beim Red noos däy, na isch wills wäcklisch ned waida ausfüan,
abä von allein fäbbn die sisch aah ned.“




In dieser Lage,
überempfindlich,
agressionszugewand,
unverbindlich,
„diese Aussagen wie immer mit Gewehr“
in der Hand,
gemütsschwer
und ausgebrannt
zu sein, dürfte man mir daher nicht verübeln.
Denn genau so hängt jede Frau
Mindestens einmal im Monat im Frustabbau,
beim Metzger in den Ketten der Natur,
ein wenig hämisch grinsend,
denn die Infrastruktur
richtet
sich automatisch nach dem Zyklus
dieser weiblichen Reinkultur,
die seit der Schöpfung globale Reichweite erfuhr.

„Und isch saachs eusch, dea Walda kommt da gaah nimma hinnaher, was isch füa Phasn…“
HALT DIE FRESSE BLUTRUN!!!!

In dieser Lage,
überempfindlich,
agressionszugewand,
unverbindlich,
„diese Aussagen wie immer mit Gewehr“
in der Hand,
gemütsschwer
und ausgebrannt…

Schlachteten wir uns gegenseitig ab.
So passiert das heute wie gestern: Always

Samstag, 17. Oktober 2009

Nach einem Kafkazitat: „Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen der leben will, widersteht sie nicht.“

Du stirbst nicht!

Musst nur anfangen in Stöcken
Wünschelruten zu sehen.
Musst Gras mit Jedi-Lichtschwertern spalten,
anstatt Rasen zu mähen.
Musst Zeug wieder ausspucken,
wenn es nach Scheiße schmeckt, anstatt sie zu schlucken.

Du stirbst nicht!

Musst nur die Zimmerlampe halb rausschrauben
und „DISKO!“ schreien,
anstatt im grellen
Licht deine Gesichter zu entstellen.

Dann stirbst du nicht!
Nicht jetzt und nicht dann!
Denn ist man bis zum Sterben im Leben gelegen,
entzog man sich verwegen
dem durch die hohle Hand prasselnden Geldregen,
dem Mangel an Ideen
und dem Mangel am Hingeben.

Du stirbst nicht!

Musst dich nur mal wieder selbst anfassen,
statt im Spiegel zu hassen.
Musst draußen im Hagel um ein Spiegelei tanzen,
anstelle der Sorge um Resonanzen.
Musst deine Katze akupunktieren,
statt jede Veränderung zu kontrollieren.

Du stirbst nicht!
Es fühlt sich nur so an,
wenn dein Herz gegen Dosenkohl hämmert.
Doch dämmert
Dir die Lust einen Sinn zu finden
Musst du dich erst mit Grundlagen
Des Sinnlosen schinden
Um mit Überschwang zu sagen:
„Ich bin Herrscher der Dachschäden,
schwing des Öfteren große Reden,
spüre nicht, wie ich mich blamiere,
um euch über Wege auf Papiere
zu zeigen, dass es keinen gibt, der absolut weiß,
wofür es Not tut Schweiß
zu spenden.
Es fühlt sich viel zu oft an, als verschwänden
Wir die Zeit,
schwenkten durch Wüsten der Abgeschiedenheit,
als würden wir mit erntefrischen Worthülsen um uns schmeißen!
Die Sinnhaftigkeit in der Luft zerreißen
RATSCH!!!!

Du stirbst nicht!

Und bist du darauf erpicht
Die Straßen der Großstadt zu erobern,
geh’ zur Müllabfuhr,
hol dir das Lodern
deiner Kampfeslust zurück!
Und willst du bauen auf einem Grundstück,
dann bau deine Villa, aber wohn im Zelt nebendran,
einfach nur, weil man’s machen kann.

Du stirbst nicht!
Verlass dich nicht jetzt und nicht dann,
denn ich kann, ich kann,
ich will den Augenblick nicht verpassen,
in dem für dich Füße waschen intimer ist als
ficken und anfassen.
Trau dich, sei alternativ,
lieb dich einfach mal abgrundtief,
sei selbst dein Plan,
sei derbe von dir angetan!

Dann fängst du an zu leben.

Nimmst einen CD auf
Und stellst sie eigenhändig in den Saturn.
Läufst gackernd durch das nächste Dorf
Und hockst dich auf den Kirchenturm.
Mietest dir nen Container 4*7 Quadratmeter
Und feierst eine Technoparty.

Du lebst dann jetzt
Wollte ich dir noch sagen,
brauchst keine Mauer mehr für deine Klagen,
denn irgendjemand war ganz darauf erpicht,
dir zu sagen: „so schnell stirbst du nicht!“

Sonntag, 11. Oktober 2009

Gänsehautgarantie

Wir Lebensfrohen sind keine Naiven!!

Wollten wir begeistert Bücher mit Gänsehautgarantie lesen,
dann täten wir es,
um der Gänsehautgarantie Willen.
Wenn wir sagten, die Welt sei keine schlechte,
meinen wir unsere Kinder
in unserem Optimismus geboren.
Schwörten wir auf eine bunte Welt,
gäbet ihr uns den Asphalt.
Doch wir würden ihn euch nicht nehmen,
denn eure Verzweiflung wäre zu groß
darüber auf welchem grauen Asphalt
nun eure grauen Autos fahren sollten.
Wenn wir zugäben an den Frieden zu glauben,
dann belächeltet ihr es!
Sagten wir Freude wäre nichts
ohne die Empfänger der Freude,
würdet ihr uns in eurer Einsamkeit belächeln.

Denn es gibt keine Empfänger eurer Einsamkeit.

Sagten wir, wir täten Werke
Tag & Nacht
bis zum Ende unserer Kraft,
so würdet ihr uns belächeln,
weil euch in Zeiten des Waffenschutzgesetzes
der Panzer unterm Arsch fehlte.

So belächelt ihr aus Angst,
wir könnten euer Leben umkrempeln,
brächten eure Ordnung durcheinander
eurer Maschinerie, die mittellos
einher quietscht in eurer Poperze.
"Bewegung!", sagt der Wind zu unseren Segeln.
"Jetzt beruhigsch dich erschdmal!", sagt dann IHR!

Aber wer faul rumliegt,
bekommt Leichenflecken die stinken!
Wir Lebensfrohen sind keine Naiven...

Wir sind es nicht, die der Welt entschlüpfen wollen,
durch die Verehrung der Grausamkeit
unserer Erde!
Das Perverseste ist es an dieser Welt
schlechtes zu tun mit seiner Laune & Motivationslosigkeit,
denn damit salutiert ihr vor einem Gott,
der magere Leiber auf euch zuschneidet
und kranke Seelen in euch
eine Errektion hervorrufen lassen-

Liebtet ihr die Welt wie wir,
müsstet ihr nicht sagen, dass ihr nicht in diese Welt passt,
denn andersrum,
die Welt sollte sich an dir orientieren!!
Und ihr belächelt uns

wenn wir gröhlen vor Freude und tanzen wie Verrückte
und wollt uns zu mehr Ernsthaftigkeit zwingen.
ABER!
Nur in der Angst, wir könnten euch dazu zwingen
die Welt um euch herum neu zu entdecken!

Dann prüft doch einfach die Bücher,
bei denen ihr eine Garantie auf Gänsehaut
inklusive erwerbt.
Und wenn es nicht wahr ist,
gebt sie zurück.

Donnerstag, 24. September 2009

Immer nur ich will, ich will, ich will...

Ich will um mich schlagen,
das Konservative am Kragen
packen, gegen Wände krachen,
die Wut entfachen,
deren Funken sich hier zeigen,
aber den Ausbruch vermeiden.

Ich will unter meinen Verhältnissen leben,
will dass mir mein Konsum vergeben
wird, will spüren was mich berührt,
will gestört
werden, um die Welt zu ertragen,
die mir heftigst auf den Magen
schlägt.
Will erschreckt
werden, will sehen
wie die Sonne unterm Strich verreckt
und ihr entgegengehen.

Ich will Autos vom Boden fressen,
damit man endlich diesen Metall-
Unfall
vergessen
kann. Ich will jedem so viel Mut
wie Demut
geben,
will die Unterwürfigen aufheben.
Ich will Menschen im Regen-
bogen wieder Leben
erkennen lassen,
dass sie ihn als Bund auffassen,
der uns daran erinnert,
was unsere Unachtsamkeit verschlimmert.

Ich will so viel laufen,
dass es hinterher nötig ist die Füße zu waschen,
man sie in Wasser ersaufen
muss, um die kleinen Blutkrusten zu überraschen.

Ich will mir den Arsch aufreißen,
um zu sehen wer alles reingekrochen ist.

Dienstag, 22. September 2009

Was spielt eine Rolle?

Es spielt keine Rolle ob ich Schimmel fresse,
bis der Schimmel mich frisst.
Es spielt keine Rolle vor was ich Angst habe,
bis die Angst mich hat.
Es spielt keine Rolle ob ich regelmäßig zur Schule gehe,
bis die Schule regelmäßig in mich geht.
Es spielt keine Rolle ob ich Geld von der Straße sammle,
bis das Geld mich von der Straße sammelt.
Es spielt keine Rolle ob ich gern Regen auffange,
bis der Regen mich auffängt.
Ich
Rolle
Ich Rolle
Ich rolle über Bretter die die Welt bedeuten
Und bin mir meines Rollens kaum bewusst
Ich zerfalle dabei und hebe auf die zerstreuten
Fetzen von stetiger Rotation beeinflusst.
Ich rolle so vor mich hin
Überschlage mich und mein Innenleben
Drehe mich gegen jeglichen Starrsinn
Ich!
Rolle!
Im Vorwärtsstreben!
Es spielt keine Rolle welche Aufgabe ich erfülle,
bis die Aufgabe mich erfüllt.
Es spielt keine Rolle welche Geschichten ich schreibe,
bis die Geschichte mich schreibt.
Es spielt keine Rolle wie ich den Tod bewerte,
bis der Tod mich bewertet.
Also welche Klauen,
die ich eben hier nur im Nebensatz erwähne
hängen mir eine Rolle an, bauen
auf mich, zwingen mich zu erkennen für was ich mich schäme:
Nämlich für eine Rolle auf Brettern die die Welt bedeuten
Bretter die noch nie ein Schauspiel scheuten
Bretter die mehr als eine provisorische Bühne mimen
Bretter die sich niemals ziemen
Jeden zu einem Protagonisten zu erklären
Bretter die uns kein Theater verwehren!
Hört ihr sie knarren?
Hört ihr sie knurren?
Wie sie Wege verscharren
Über uns Menschen murren
Weil wir feste auf ihnen trampeln
Manche noch zwischen Stühlen sitzen
In der Luft hängen und sich einen abstrampeln
Dabei kitschige Herzchen ins Holz ritzen.
Ich habe Angst nur einer Rolle gerecht werden zu müssen,
will mehrere inne haben,
nach außen tragen,
mit gutem Gewissen
sagen können:

Ich stehe im Rampenlicht
Ohne Anwesenheitspflicht.
Ich bin aus freien Stücken hier
Ganz freiwillig, wisst ihr?!
Mit Absicht
Steh ich jeden Morgen auf
Mit Verzicht
Nur einer Rolle gerecht zu werden.

Denn ich spiele die Rolle meines Lebens!

Ich spiele eine Rolle, wenn ich die Dunkelheit fürchte,
bis die Dunkelheit mich fürchtet.
Ich spiele eine Rolle, wenn ich meinem Freund klar machen, dass ich ihn liebe,
bis die Liebe mir meinen Freund klar macht.
Ich spiele eine Rolle, wenn ich ein selbst geschriebenes Lied singe,
bis das Lied mich selbst singt.

Dieser Rollenwechsel ist kein Maskentausch,
ich verliere meine Gesichter nicht,
ich besorge sie nicht in einem Kaufrausch,
jedes hat seine eigene Schicht.
Die Schokoladenseite
Wird verdeckt
Von der harten Breitseite
Die manchmal verreckt
Unter der Schattenseite
Die wurde entdeckt
Unter der Haaresbreite,
die meine Lieblingsseite
entfernt ist.

Wir sollten uns nur eingestehen,
dass wir die schizophrensten Geschöpfe auf Erden sind,
und das kein Vergehen
ist, bei jedem von uns der sich Menschenkind
nennt,
in der Leidenschaft brennt
ganz unbeteiligt im Mittelpunkt zu stehen
mit seiner individuellen Art und Weise.
Da zieht man unter den Wehen
Der Lebensfragen doch gerne seine Kreise
Und dreht sich und rollt,
bis die Rolle dich dreht.

Ich habe meine Rolle gefunden.
Klopapierrolle
Tausend Schichten
Und ein hohler Kern.

Dienstag, 15. September 2009

Post für den Tiger

Freund, wann kommt der Frühling?
So anfang September
hab ich ihn ganz nötig.

Vergeht dir nicht auch die Lust am Winter
ohne ihn gesehen zu haben?

Deine Finger flocken vor Kälte,
dein Herz schläft im Hohlraum unterm Dach,
dein Haar weht in der Heizungsluft
und deine Schritte liegen auf Eis.

Freund wann kommt dein Frühling?
So anfang September
hab ich dein Lachen ganz nötig.

Ich will dich auf Watte legen,
ein arrangierter Winter
nur für dich, auf Flusen,
darunter halte ich einen Föhn.

Viel heiße Luft sagst du
und hast dein Lachen nötig.
Ich seh's dir an.

Mein Freund, wann kommt unser Frühling?
Ich klopfe auf Holz.

Sonntag, 2. August 2009

Überzeugungsstricher

Im Geiste bin ich eine Hure.
Ich vetrüge das eine Ideal mit dem anderen,
kehre der einen Überzeugung den Rücken zu, um die andere zu begehren,
gänzlich ohne schlechtes Gewissen.
Denn mein Herz ist rein und meine Hände gewaschen.
Am Ende ficke immer ich dich!
Zwischen Traditionen & Dogmen, Wissenschaft & Pragmatikern.
Nachdem ihr euch mir erbarmt habt, schlachte ich euch aus,
bis euer Blut an meinen Händen klebt
und eure Gestalt wie ein Abdruck in meine Haut gedrückt vergammelt.
Ich lasse dich fallen, wie ich meine Hüllen fallen lasse.
Und immer hinterlasse ich Chaos.
Ihr, du, du Glaube, ob Irrglaube oder Artefakt,
scharrt ihr euch um mich,
als liebtet ihr mich, wie ich euch hasse.
Im Geiste bin ich eine Hure.
Denn ohne Liebe kein Hass. Ohne euer Eindringen keine Verwerfung.
Am Ende hasse ich euch immer.
Wärt ihr in eurem Charakter nur nicht so überzeugend &
eurem Körper so brutal schön.
Töten würde ich für euch &
euch dann töten.
Aber hauptsache geliebt.
Hauptsache eine Bindung eingegangen, die einen daran erinnert,
dass man lebt.
Ich lebe für...Ich lebe weil..., na weil...Ich lebe von & ich lebe bei....
Nein, ich zergehe in eurer Vielfalt,
beschmutze euren Prestige der Abstinenz,
ich kann nicht nur eine haben,
einen Lebenshauch, der mich aufatmen lässt.
Stattdessen ersticken meine Lungen
an eurer Anhänglichkeit zu tausend...
in all eurem Dasein, mit all eurem Druck.
Ich wendet euch an mich.
Ich bete euch an.
Ich erhebe euch & vertrete euch, verteidige euch.
KURZ
Dann liegt ihr, liegst du brach.
Nicht ich.
Ich lache mir den Existentialismus an,
bringt mich das Christentum zum Weinen.

...

Wessen Lieblingsfarbe ist schon bunt?!
Wirkt das nicht sehr ungesund?

das Bisschen

Lass uns ein bisschen zusammen sein,
denn das Bisschen tut keinem weh.
Lass mich dich ein bisschen berühren,
auch wenn das Bisschen zwischen uns steht.

Wir treffen uns auf halbem Weg
um uns halbwegs kennenzulernen.
Wir sehen uns auf geteilte Weise
damit wir uns teilweise begehren.
Ich frage lieber nicht ob du mich willst,
ich spürs einfach zu gerne.
Ich will nicht wissen was du willst,
so rückt jeder Anspruch in weite Ferne.

Lass uns ein bisschen zusammen sein,
das Bisschen macht es leicht.
Sich ein bisschen an der Hand nehmen,
bis es dann irgendwann reicht.

Wer bist du, der mich nach Hause trägt?
Wer bist du der meinen Kummer vergräbt?
Wer bist du, ohne ein einziges Versprechen?
Wer bist du, der kann darum keins brechen?
Es ist mir ganz egal.
Es reicht dass du es tust,
denn verbal
ergibt sich schneller Frust.

Lass uns ein bisschen zusammen sein
schaun wohin das Bisschen führt.
Lass uns das bisschen Zeit haben
und schaun was sich in uns rührt...

Der Hauch eines Verbechens

Da stehe ich am Bahnhof und warte.
Auf was ich warte weiß ich kurz gar nicht mehr.
Da kommt sie ja, die Bahn!
Dann steig ich eben hier ein,
wenn ich schon nicht mehr weiß wo ich vorher einsteigen wollte.
Vielleicht war's ne Sekte?!
Aber das sähe mir gar nicht ähnlich.
Die Bahn schon.
Ratter
Schnatter
Tuuut tuuut
zisch
Die Türen sind wieder viel zu laut.
Ich geh einfach durch sie hindurch.
Püh
Und lasse sie hinter mir.
Die Türen aber lassen nicht locker bis zur nächsten Haltestelle
Piep piep als Vorwarung
und dann ein Getöse wie tausend Mann
"tausend Mann am Arsch!" schrei ich
Aber sie halten sich provokativ die Ohren zu
und ändern nichts an ihrem Standpunkt
Ich beschließe beim Aussteigen das Notfallfenster zu benutzen
aus Trotz
Wenn die Bahn steht
ratter
knatter
tuuutuuut
zisch
Nur um das Ziel nochmal klar gemacht zu haben.
Bei Zisch ist Schluss.
Ich hab mich dann hingesetzt
Die Füße leicht über den Boden hebend
damit ich nicht den gleichen Boden mit Türers teilen muss
Ich versuche so esthetisch wie alle anderen mit dem Kopf zu wackeln
sieht aus wie elegantes Parkinson
aber es gelingt mir nicht mit der Bahn zu schwingen
mir fehlt der Halt
ohne Boden unter den Füßen
Ich warte auf meine Haltestation
Ich weiß kurz gar nicht mehr worauf ich warte
deshalb kommt mir mein Warten sinnlos vor
Da wäre meine Haltestation gewesen
Na macht nichts
Ich warte jetzt sowieso auf was neues
Auf etwas aufregenderes
Eigentlich bin ich sehr empathisch
und kann Menschen viel aus dem Gesicht ablesen
zum Beispiel ob sie weinen
oder nicht
oder sowas
Aber hier kann ich nur sehen ob jemand eine Perücke trägt
oder nicht
oder sowas
Weil das ungeschriebene Bahngesetz gilt
dass man keinem in die Augen schauen darf
unter keinen Umständen
das käme aufdringlich
fast wie Handymusik
fast noch schlimmer
es wäre pervers jemanden direkt an zu gucken
und falls es doch Rebellen unter uns geben sollte
die es versuchen
haben sie keinen Erfolg
weil jeder seinem Blick ausweichen würde
dafür hat man das obszöne Blickfickgefühl
Also probier ich es erst gar nicht
Hab schon Stress mit den Türen
auf ein "Hast du mich grade angekuckt!?!?!?" kann ich verzichten
Jaja diese Agressivität
ich kanns ja verstehen
is doch auch unfair jemanden anzuschauen!!!
Hässliche Sache
Wie würdet ihr euch denn fühlen verdammt!
Außerdem heißt es in der Bibel
wenn ich außer meinem Mann jemanden anguck
dass ich mir die Augen rausschneiden soll
Das muss doch nicht sein Leute
Also Fensteraussicht genießen
und in Tunnels wenn die Gesichter sich im blickdichten Fenster spiegeln
verlegen auf den Boden schauen
is ja nicht so dass alles verboten wäre in diesem freien Land
Ich finds toll dass wir Menschen so ungeschriebene Gesetze machen
menschenskinder sind wir mächtig
wir setzen Gesetze auf
und halten die ungeschriebenen besser als alle anderen
das nenn ich Demokratie!
Wo das Volk bestimmen darf wo's lang geht!!
oléolé
Von wegen Gesetze von oben die uns nur einschränken
So fühlt sich jetzt niemand mehr belästigt
durch fremde Beobachter
wär auch schlimm
Außerdem hat ja jeder Ohren
Die Ohren sind frei
hör mal hier hör mal da
schönes Gesetz
Sonst könnte man auch keine Meldungen von der Bahnfahrerin hören
Die sagt nämlich grade:
"Bitte halten sie nach einem Mann ausschau
er ist mittelgroß
hat mittlere Haare
und ganz blaue stechende Augen
derjenige ist ein Serienmörder
und möchte sich unverzüglich bei der Bahngesellschaft melden
wenn er das nicht tut...
tuuuut tuuut
ratter knatter
zisch
machen wir ihm ein Ende"
Ich war drauf und dran aus dem Notfenster zu springen
aber die Bahn hielt nicht an
bei Fahrt
wäre doof
da tot
Ein Lärm wie tausend Mann
aber nicht die Türen schlagen gegeneinander
sondern die Passagiere
sie klonken mit den Köpfen aneinander
weil sie sich nicht sehen
sie dürfen ja nicht
zum Glück nicht
sonst hätte noch einer den Serienmörder gefunden
Außerdem findet auch der Mörder keinen
schießt in meinem Abteil nur blöde in die Luft
und schreit sowas wie:
"Haha, Räuber und Gendarme im Dunkeln!!"
Ich komm als einzige auf die Idee die Notbremse zu ziehen
Ruck
Zuck
quietsch
zisch
Einer musste dem ja ein Ende bereiten
Ich riskiere einen Hechtsprung durchs Klappfenster
und bin wieder auf festem Boden
Existierte das ungeschriebene Gesetz nicht
man solle die Leute in der S-Bahn von außen anstarren
bis sie abgezogen ist und in den Gleisen verschwindet
hätte ich den Mörder nie gefunden!
Er klebt an der Scheibe und genießt die Fensteraussicht
Synkron schreien wir:
"Im Namen des Gesetzes!!"
und ich zeige ihm meinen unanständigsten Finger
und er mir seinen Pistolenzeigefinger
über dem er den Rauch wegblähst
als hätte er alle außer mir damit getötet
"Komm raus du Gauner
das Spiel ist vorbei!"
raune ich aus dem Mundwinkel
wie ein Cowboy
Da zischt er mir durch den Fensterspalt:
"Nein, niemals hier bin ich sicher
hier findet mich nie einer
denn vor dem Scheingesetz sind alle gleich
hier treffe ich niemanden mit meiner Pistole
und kann ungestört das sein
was eigentlich falsch wäre
und bin nicht mal schuld daran
Denn ihr seid das Gesetz
das keines ist
so bin ich ein Mörder
der keiner ist!"
Er bläst nochmal über den Pistolenzeigefinger
der Rauch wirbelt durch den Fensterspalt
und alles was von ihm übrig bleibt
während die Bahn wegfährt und in den Schienen verschwindet
ist der Hauch eines Verbrechens.
Zischhhh…

Montag, 27. Juli 2009

Hab keine Angst

Was brauche ich Angst, wenn ich Mut haben kann? Sprach der Fuchs.
Was brauche ich Mut, wenn ich ein Fuchs sein kann? Sprach der Igel.
Ihr seid doch besoffen! Sag ich.
Ihr könnt das, was in eurer Macht steht, aber Tiere haben keine Macht.
Ihr hättet nichts, wenn ihr einander nicht hättet!
Wäre der Igel nicht stachelig, wäre der Fuchs nicht weich!
Was wäre ich weich, wenn ich stachelig sein könnte? Fragte der Fuchs.
Du wärst nicht mal weich, weil es kein stachelig gäbe! Sage ich.
Vor Angst fraßen mich der Fuchs und der Igel.
Man kann also auch ohne Mut Angst haben! Riefen sie im Chor.
Hauptsache wir haben einander. Sagte der Igel.

Sonntag, 19. Juli 2009

gehörig

Du gehörst mir nicht.
Schenke dem Gehör und nicht
meinem Besitz.
Denn was ich einst besaß,
hat mich schließlich besessen.
Doch du, sitze nicht auf mir,
als säße einer hier,
der gemächlich sein Gesäße
auf mich presse.
Unter Pression
konnte selten einer einhalten.
Ti-ta-Toilette.

Aber ich will da sein,
wenn du mir nicht gehörst,
sondern gehörig den Verstand verlierst,
ohne zu wissen,
wer dich einst besaß.

Dann ist der Zeitpunkt da,
an dem ich dich nehme und halte.
Du wirst den Verschleiß nicht spüren,
so steige ich über dich.
Si-sa-sex.

Denn verdränge ich nur Zwischenräume.

Bis der Platz platzt.

Ich gehöre dir nicht.
Schenke dem Gehör und nicht
deinem Besitz.
Denn was dein Ohr haben kann,
müssen tausend Worte sein.
Besäßest du mich,
wäre ihnen ausgedient.
Denn Worte interessierten nicht.

Dein Ohr kaue ich dir ab,
bis du die Nervensäge vermisst,
sei es einen Mi-ma-moment mal still…

Donnerstag, 16. Juli 2009

Sich Berg versetzen

Wie fest bist du verankert,
deine Wurzeln greifen tief,
wie sollst du dich Berg versetzen,
du stehst.
Der Boden kennt kein Grün,
und du kennst deinen Boden nicht,
verdeckst den ganzen Untergrund
mit deinem eigenen Gewicht.
Jedem der vorbei läuft
Bietest du dich an,
ein Stück vom großen Kuchen,
frisst dich sonst selbst dann und wann.
Über dich ist Gras gewachsen,
du wirkst so groß und stärker,
dein Inneres ist natürlicher Abfall
und neue Triebe lieben dich.
Dein Haupt wächst in den Himmel,
fast wie eine Kirche denkst du,
manchmal kräht kein Hahn nach dir,
dann stehst du nackt aus Müll,
auf Boden der dir verhasst,
weil Unkenntnis dich dazu treibt.
Wer sind deine Wurzeln?
Himmel gib ihnen Namen,
gib ihnen ein Gesicht.
Ich Berg ballte meine Fäuste
Und riss mich selber aus,
meinen Rumpf zu brechen,
weil er der Grund allen Übels ist.
Was hält mich nur hier fest
am blinden Fleck, im toten Winkel?
Meine Lageenergie ist keine,
ich raufe mir die Sprösslinge,
denn auch ihr Leben gründet auf himmelhochjauchzend bis zu todebetrübt-
Möchte mich Berg versetzen.
Wie zieht man sich nur selbst aus der Erde?
Ich gebe mir die Hand
Und zieh so fest ich kann.
Ich bin hin und her gerissen
Innerlich völlig verschlissen,
mit meinem weisen Wissen
komplett am Ende.
Lege mich auf mein eigen gestopftes Löwenzahnkissen
Huste Pollen,
weine eine Träne
und hüpfe auf dieser Welle davon.

Wann geht die Sonne unter?

Wird der Tag zur Nacht
und die Nacht zum Tag,
die Laterne dich statt der Sonne bewacht,
die dich sonst im Wachen barg,
du im Dunkeln hellwach bist
und das Licht deine Träume hisst,
so erkennt man ganz schwer,
den verkehrten Rythmus.
Das Glas ist halb leer,
halb voll mit Verdruss.
Wenn alles schläft, bist du auf den Beinen.
Niemand merkt was du tust, bist mit allen im Reinen.
Dieses Empfinden,
dass du neue Ideen hast,
während fast
alle sich im Bette winden,
gibt dir das Gefühl eines Versprungs,
den du täglich wieder einbüßen musst.

Du steigst auf Playbackvögelgezwitscher um,
nimmst gegen deine bleiche Haut Antibiotikum,
weil man dir sagt du wärst tierisch krank,
dabei begehrst du den Mitternachtsgestank
mittlerweile so sehr
und leistest keine Gegenwehr
mehr.
Der Kopf produziert
ein anderes Extrem
dessen Schatten nicht durchnummeriert
sondern dich tanzend versteh'n,
indem
sie dein Bewusstsein ausschalten
und anfangen über deine Ideen zu walten
die mehr mit Fantasie zu tun haben
als in der Vergangenheit zu graben.

Wird der Tag zur Nacht
und die Nacht zum Tag,
schenkst du dem Acht
was dich sonst erschrak.
Du kannst dir gut und gerne vorstellen,
dass du dich deinen Ängsten stellst,
während sich alle anderen im grellen
Sonnenlicht die Gesichter entstellen,
wenn du dich grade mit Wichtigerem quälst.
Es könnte so laufen,
dass du der Einzige bist
der irgendwann sorgenfrei,
zwar blutunterlaufen
und Autist
aber irgendwann sorgenfrei,
zwar von der Hüfte abwärts gelähmt
und Verbarrikadierter
aber irgendwann sorgenfrei
zwar von Gleichgültigkeit gezähmt
und Frustrierter
aber bestimmt bald sorgenfrei!
Zwar ein klein bisschen sesshaft
aber Koordinierter
und sicher irgendwann sorgenfrei!
Eigentlich existierst du nur noch bildhaft
und als Eingravierter,
der die Hoffnung hat, dass ein Hilfeschrei
von überall her gehört werden kann,
auch deine festgefahrene Keilerei
mit dem Sehnsucht-Angst-Gespann.

Wird der Tag zur Nacht
und die Nacht zum Tag
kommt der Weg zurück, in Anbetracht
der Tatsache, dass ein Bombenanschlag
den Rückgang quasi unmöglich macht
einer kleinen Zeitreise gleich:
Der Ausflug in's Schattenreich
war dennoch ein einmaliger Geniestreich.

GING MIT DIR DIE SONNE UNTER?

Mittwoch, 15. Juli 2009

Des Lehrers Didaktik

"Du bist nicht dumm,
du bist nur beschränkt!"
"Danke dafür!
Jetzt bin ich enthemmt!"
Du weißt es besser,
denn du bist autoritär.
Ich weiß es nur guter,
meine Kindheit war nicht schwer.
Dafür hab ich witz
& schmeiß mit Goldstücken um mich,
während deine Zeit
nur als Goldstück unter Goldstücken verstrich.

-Und im Endeffekt hast du die 5-Minuten Pause nötiger als ich-

Schwi-Schwa- Klappe halten

Großes arrogantes Mädchen,
so erhaben dein Schweigen klingen mag
ist es das was ich an dir beklag.
Stille ziert deine Mundpartie,
ich entrisse ihr die Zierde, aber wie?

Deine Antwort, eine Antwort für sich
& dich
& sich, euch beide.
Dein ruhiger Atem zwar eine Augenweide
und mir doch kein Begriff.
Deiner Teilnahme am Geschehen fehlt der letzte Schliff,
seh'n dich zaudern
und halten
hinter weichen Mauern
deinen Verstand verwalten-

Oh, weises, arrogantes Mädchen,
was gäb ich um einen deiner Steine
der Resignation!
Mein Schweigen...

Dienstag, 14. Juli 2009

Aufatmen

Einen Augenblick lang
dachte man,
ja man dachte
der Himmel ginge unter,
so wie er munter verstrahlt
und angehaucht da lag,
als hätte er seinen letzten Atemzug getan,
alles Echte und Leben ausgehaucht,
ja man dachte
daran
und vor allem dachte man
er könne einem auf den Kopf fallen,
so dachte man
an sich
und wusste sicher,
dass man selbst auf den Kopf gefallen war.
Er sicher nicht.

Montag, 13. Juli 2009

Schwermut Adé

Die Leichtigkeit haben
in all den Jahren
mit offenen Händen
Taten verschwenden,
weil sie hilfreich sind
und verschwindend
klein, wenn man sie behält,
an einer Hand abzählt.

So unbesorgt leben,
dass einem das Reden
mit keinem Wort schwer fällt,
wenn man Essen bestellt.
Wie man unbesonnen
jeden Tag eine Chance gibt,
dann abends gegen das gewonnen
hat was man verschwenderisch liebt.

leer

Jegliche Gefühle entbehrt
und aufgegeben,
ihnen Empfindlichkeit verwehrt,
sie schließlich zum Verleben
gezwungen,
darum gerungen
von ihnen unbelehrt zu bleiben
und bei Leiben,
meinem und der der anderen,
Betroffenheit nicht mal vorzuschürzen.
Nicht auf der Suche nach Spannenderem,
nicht versuchen Überflussiges zu kürzen.
Kein Tandem
mehr.
Denn
zum Fliegen
zu schwer.
Zum Kriegen
und zum Kämpfen
hab ich mich entfühlt,
spüre keinen Hass, den man dämpfen
sollte, weil er blüht.
Leer.

hinter uns

Ich hatte einen Weg
und beschloss auf ihm zu gehn,
dachte nicht daran, dass mir schräg
ein Wegzoller käm.

Er sagte: Gib mir dein Herz,
ich geb dir nichts dafür zurück,
außer einem Stück
dass du gehen darfst...
...und hinter mir liegt...

Ist das der Preis
den ich zahlen muss, dich zu umgeh'n?
Ich brauch keinen Verbraucherscheiß
muss nix und niemanden ersteh'n.

Ich schlag dir was vor:
Ich nehm dich an der Hand,
wir gehen mein Stück
einfach gemeinsam zurück..
Ich nehm dich an der Hand,
es kostet dich höchstens den Verstand,
der schon hinter mir, hinter mir, hinter mir liegt.

Deine Arme vor der Brust verschränkt,
deinen Blick gen Boden gesenkt,
nahm ich dir vorsichtig das Ruder ab
und hab uns in eine Richtung gelenkt.

Du warst empfindlich für meine Fragen,
die Luft hier drüben tat dir gut,
und dass du ein bisschen angeschlagen
mit mir rum geirrt bist, weckte deinen Übermut.

Wir hatten Paläste,
die aus Regen gebaut,
wir vertrieben Gäste,
welche unerlaubt
unsere Richtung einschlugen.
Wir trugen
den Himmel auf Erden
auf unseren Händen.
Und verlangten von keinem
dass sie es verständen.

Er fragte: Wohin soll das führen?
Werde ich mich zu deinem Anhängsel kühren?
Plötzlich blieb er stehen,
mutierte dazu zurück zu gehen.

"Bleib hier!
Ich zeige dir
nur wer ich bin
und gebe mein Herz dir hin..."

Wie sollte er an mich glauben,
wenn er nicht an sich glaubte?!
Wie sollte er mir vertrauen
wenn er sich nicht traute?

"Trau dich,
trau dir,
trau dich
mit mir!"

Fettes Leben

Oh fettes Land,
oh fettes Leben!
Es trieft der Verstand,
es quillt das Nehmen
über.
Früher
wie heute
jagen wir Beute.
Doch erkannt hat jeder schnell,
Fett schwimmt oben
generell
auf dem Erde-Boden.

Egal was einem zwischen die Finger kommt,
es entgleitet einem promt.
Immernöcher gut genährt
setzt man sich oben auf das nun fritierte Pferd,
das sicher scheint,
ein guter Freund
um darauf auszuruh'n.
Auf totem Material wird unser Tun
von engem Herzen noch diktiert,
dass es sich nicht vor Ungeduld des Anreicherns verliert
kommt einem Wunder gleich,
dessen wir diletantisch
nicht gedenken, uns würde bleich,
weil's jeden angeht,
manchen anfällt,
uns unentdeckt entgegenstrebt,
manchen anbellt.
Und wir lecken uns wie gelähmt
alle zehn Finger beider Hände,
sonst verursachte das heiße Fett Brände!
Noch dazu lassen wir uns einen elften Finger anoperieren,
um auszukosten, zu probieren,
was keine Kosten scheut,
es kostet euch höchstens euch selbst ihr Leut'...
"Wer bekommt die ganze Faust in den Mund,
der soll unser König sein!!", schreit ein Infizierter.
Wann Blamierter?
Lang wird's nicht dauern, oder doch?
Gruben wir uns solch ein schluckendes Loch,
das egoistsich uns umrahmt,
andersartige Handlungen komplett lahmt?!
Käme es drauf an in diesem Zustand König zu werden,
metzelten sich alle die Mäuler groß, um mit der Faust im Mund zu sterben...
Könnte ich in einem Atemzug euch belehren,
euch erfahren machen,
eure Selbstlosigkeit mehren,
euren Mut für die Ewigkeit entfachen,
tät ich's, um ausgehaucht von euch zu gehen.
Wischt über meine Punkte.
Sie werden zu Kommas umgebracht.
Die sich in die Unendlichkeit erstrecken
bis mein Möglichstes vollbracht.
Oh fettes Leben kann verrecken.

dröger Altenheimgeist

In den Tiefen deines Schaukelstuhls,
erzählst du vom Lachen und Vergessen.
Ich werde nur deinen Puls
messen.

Du sagst, sie hätten dir die Haare frisiert
und die Frisur hält
2 Tage und ob es mir gefällt.
Ich gebe dir dein Huhn nur püriert.

Du fragst nach deinem Mann,
ob er vielleicht endlich aus dem Krieg
wiederkommen kann.
Ich schweig.

Du willst meine Hand nehmen,
bist langsam müde.
Ich kann mich nicht zu dir lehnen,
denn ich bin unnahbar, prüde
und erschrocken
über deine trocken
gelegte Haut,
die Falten so hoch wie Häuser baut.
Und laut
deinen Worten
liegt dir nichts mehr verborgen
im Leben.
Was kann ich Menschenkind dir also geben?
Du weißt meinen Namen nicht mehr,
aber kennst mich irgendwoher.
Verlegen tupfe ich deine Essensreste
von deiner Weste
und aus den spröden Mundwinkeln.

Du müsstest pinkeln
und sagst mir von Angesicht zu Angesicht
ohne meine Hilfe könntest du nicht.
Mit Gummihandschuhen tue ich nur meine Pflicht

Du betonst, dass deine Haare noch zerzaust
vom schlimmen, schlimmen Holocaust
und wärst so liebend gern mal wieder schick.
Ich kämme die 3 Haare und weine über den Augenblick,
der meine Fremdheit dir gegenüber wegbläst.
Liebe uralte Frau, wenn du mich nur mit wachen Augen sähst.

Was mich eigentlich nur ängstigt,
ist dein zweites Mal Kindsein,
dass so unbedarft in todesnahen Ketten festliegt,
eingemauert im Altenheim.

Als ich merke wie traurig mich das macht,
überleg ich wie traurig dich das machen könnte,
wenn keiner mehr mit dir lacht,
wo man dir früher Lebensfreude gönnte.

Ich streife die Gummihandschuhe ab,
nehme dich in den Arm,
lege das Gefühl für Vergänglichkeit, dass mich umgab
in dein püriertes Huhn
und werde immun
gegen mein eigenes Mitleid.

Dann steck ich dich in dein schickstes Sommerkleid.

3.9.08

Brocken, diese Tage,
weil alles so geballt und kräftig kommt,
weil jede Kleinigkeit eine riesen Sache ist.

Am letzten Tag ist mir einer ins Auge gefallen
seitdem ist mein Lebensgefühl zeitlos
ich habe die Uhren hinter Bretter geschlagen,
die schönen einfachen Uhren,
um ihn kennen zu lernen
um mich zu verraten-

Da ist plötzlich der Mensch
Ohne den die Nacht zerrüttet wirkt,
weil seine Nähe sich nicht bewahrheitet.
Und in der Wahrheit will ich mit ihm sein,
nirgendwo sonst.

Kümmere dich um mich, will ich sagen.
Sei so willig, wie ich dich will.
Und bin mir während ich das schreibe gewiss,
dass du nur einen Gedankensprung entfernt bist.