Du stirbst nicht!
Musst nur anfangen in Stöcken
Wünschelruten zu sehen.
Musst Gras mit Jedi-Lichtschwertern spalten,
anstatt Rasen zu mähen.
Musst Zeug wieder ausspucken,
wenn es nach Scheiße schmeckt, anstatt sie zu schlucken.
Du stirbst nicht!
Musst nur die Zimmerlampe halb rausschrauben
und „DISKO!“ schreien,
anstatt im grellen
Licht deine Gesichter zu entstellen.
Dann stirbst du nicht!
Nicht jetzt und nicht dann!
Denn ist man bis zum Sterben im Leben gelegen,
entzog man sich verwegen
dem durch die hohle Hand prasselnden Geldregen,
dem Mangel an Ideen
und dem Mangel am Hingeben.
Du stirbst nicht!
Musst dich nur mal wieder selbst anfassen,
statt im Spiegel zu hassen.
Musst draußen im Hagel um ein Spiegelei tanzen,
anstelle der Sorge um Resonanzen.
Musst deine Katze akupunktieren,
statt jede Veränderung zu kontrollieren.
Du stirbst nicht!
Es fühlt sich nur so an,
wenn dein Herz gegen Dosenkohl hämmert.
Doch dämmert
Dir die Lust einen Sinn zu finden
Musst du dich erst mit Grundlagen
Des Sinnlosen schinden
Um mit Überschwang zu sagen:
„Ich bin Herrscher der Dachschäden,
schwing des Öfteren große Reden,
spüre nicht, wie ich mich blamiere,
um euch über Wege auf Papiere
zu zeigen, dass es keinen gibt, der absolut weiß,
wofür es Not tut Schweiß
zu spenden.
Es fühlt sich viel zu oft an, als verschwänden
Wir die Zeit,
schwenkten durch Wüsten der Abgeschiedenheit,
als würden wir mit erntefrischen Worthülsen um uns schmeißen!
Die Sinnhaftigkeit in der Luft zerreißen
RATSCH!!!!
Du stirbst nicht!
Und bist du darauf erpicht
Die Straßen der Großstadt zu erobern,
geh’ zur Müllabfuhr,
hol dir das Lodern
deiner Kampfeslust zurück!
Und willst du bauen auf einem Grundstück,
dann bau deine Villa, aber wohn im Zelt nebendran,
einfach nur, weil man’s machen kann.
Du stirbst nicht!
Verlass dich nicht jetzt und nicht dann,
denn ich kann, ich kann,
ich will den Augenblick nicht verpassen,
in dem für dich Füße waschen intimer ist als
ficken und anfassen.
Trau dich, sei alternativ,
lieb dich einfach mal abgrundtief,
sei selbst dein Plan,
sei derbe von dir angetan!
Dann fängst du an zu leben.
Nimmst einen CD auf
Und stellst sie eigenhändig in den Saturn.
Läufst gackernd durch das nächste Dorf
Und hockst dich auf den Kirchenturm.
Mietest dir nen Container 4*7 Quadratmeter
Und feierst eine Technoparty.
Du lebst dann jetzt
Wollte ich dir noch sagen,
brauchst keine Mauer mehr für deine Klagen,
denn irgendjemand war ganz darauf erpicht,
dir zu sagen: „so schnell stirbst du nicht!“
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