Ich habe beschlossen nicht mehr zu warten,
sonst sind die Abende trostlos lang.
Nach dem schwedischen Kinderfilm auf KiKa
habe ich Bohnensalat und Frühlingsrollen gemacht,
auf dem Parkett gesessen und wegen der Trostlosigkeit geweint.
Nebenan spielen sie Trivial Persuit oder lauschen einer Dichterschlacht,
saufen sich die Hucke voll oder feiern den Freitag,
als sei er einmalig.
Für mich ist er nur einer von vielen
und ich will ihn nicht benutzen,
nicht ruchlos sein,
mein Gehirn nicht freischaufeln
für einen viel versprechenden Abend,
der einem nicht das bietet, was man gerne spüren würde.
Heute kann ich ihn nicht wertschätzen.
Es hat mich nur eine Geschichte heute zum zweiten Mal,
bei weiterem Begutachten in die Denkerstirn geschubst:
Ein 22 jähriger Mann sagt auf einem Camp zu einem 15 jährigen Jungen:
„Würde ich nicht an Gott glauben, dann hätte ich mich längst umgebracht.“
Das lässt den Jungen daran zweifeln,
ob er sein Leben überhaupt weiterführen soll,
denn sein Glaube besteht einzig und allein aus der Hoffnung
seinen Konfirmationsspruch nicht zu vergessen,
wenn er an der Reihe ist ihn auswendig aufzusagen.
Er überlegt wie viel die Welt denn wert sein kann
in all ihrer beschaulichen Pracht,
ob das alles Blendung ist,
ob er zu viel sieht und dabei zu wenig an etwas glaubt.
Ist es falsch an die Welt zu glauben?
Ist das nicht die pragmatischste Art zu glauben?
Ist es nicht die weltnahste Umsetzung der Nächstenliebe,
des wahren Lebens, der Reformation?
Der Junge fängt an zu überlegen, was die Welt ohne Gott ist.
Heißt das, sie ist dann seelenlos, ohne Innereien, bedeutungslos?
Oder fehlt ihr ohne Schöpfung und Kreuzigung
einfach nur der rechte Rahmen,
das rechte Licht in dem sie sich präsentieren könnte?
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