Donnerstag, 12. November 2009

Das Unaussprechliche

Ja, so sind die Dichter.
Es ist ihnen eine Farce,
dass sich ein Ding der Sprache entziehe.
Sie sind zu gerne Richter.

Doch sich einem solchen Paradox zu widmen
ist ihnen eine derbe Raserei,
denn sie kämpfen alle gemeinsam
für die Wortklauberei.

Selbst das höchst Unaussprechliche
pressen sie in ein Gewand
und verkaufen es als Offenbarung,
die Mystik nimmt überhand.

Ein Wort für NICHTS
oder das NICHTS für ein Wort?
Der Literat hält nicht dicht,
er fordert die Maxime! Sofort!!

Das NICHTS muss sterben!
Man setze vielleicht Erotik an seine Stelle.
Als Gewand ein Négligé
und dessen Träger säumen eine Dauerwelle.

NEIN! Plötlich wird die Nacktheit zu greifbar!
Die Frau trage einen Hauch von NICHTS!
---und der eiserne Dichter wird dem Komplexen wieder gewahr-
Sprache kommt an ihre Grenzen...bis...-

Ja, so sind die Dichter.
Sie klammern ganz furchtbar
und stinken.
Sind meistens aufblasbar,
auf Abruf bereit,
die Pumpe das Bier,
mit dem NICHTS im Streit,
boxen in die Luft, das NICHTS im Visier.
Aber sie blasen sich auf
und fallen wieder in sich zusammen,
erzeugen einen Wunderwind,
den sie mit Euphorie entflammen.

Bis der Erste das Licht am Ende des Tunnels sieht,
der Zweite vielleicht ein Atombombentestgebiet,
ein Nächster ein...Glied,
und für den danach ist der Dichter seines größten Glückes schmied...

Dabei wirkt es einen Moment wie all das.
Was danach kommt ist LEERE.
Dem Poet wäre es eine Farce
gäb das Publikum sich dieser Schwere.

Denn auch das NICHTS hat seinen Moment,
es hat ein Recht darauf zu leben!
Es verbraucht NICHTS an Platz & NICHTS an Zeit
und ist dennoch existent!

Ja, so sind die Dichter.
Sie geben nicht zu,
dass sich etwas der Sprache entziehe.
Wir sind zu gerne Richter.

Und wenn da NICHTS ist,
dann ist da mindestens ein Vakuum!
Mindestens keine Spur von Korpulenz!
Da! Ein Funke der Auflösung
und des Ödland Kompetenz!
Ein ultimatives Drumherum,
ein Firlefanz, ein Klacks,
nicht die Bohne an Füllung
und keine Silbe Zuwachs.

Es ist nicht das NICHTS!
Es ist ein Haus aus Fenstern.
Und wer klug ist, schmeißt Steine dagegen,
bringt das Orchester
der Einöde verwegen
zum Klingen.

Dann hört man NICHTS...
"Wer ohne Pult ist
werfe den ersten Stein!"

Denn das Pult der Formalität
gibt dem NICHTS keinen Raum!
Es ist die künstlerische Freiheit,
SIE ist die Rampensau!

Ja, so sind die Dichter.
Sie blöken vor Überzeugung,
sind sich aber gar nicht mal so sicher.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen