Sonntag, 25. April 2010

Wer nach Feuer stinkt, gewinnt!

Macht zu Perlmutt was euch kaputt macht,
wer nach Feuer stinkt gewinnt.

Blumenkind, gib Körbe dem Hochzeitspaar,
werd dir über Vereinigung und Trennung gewahr,
sag dem Wolf, es gibt das Reißen
und den Rudel,
tu wie dir der Mond geheißen:

Dreh dich um die eig’ne Achse,
hab Gezeiten stets im Blick,
Dunkelheit und Licht, dran wachse,
gib auf Menschenzeit nen Fick.

„Hätte hätte Fahrradkette“,
kein Konjunktiv errette
deine eigene Identität,
renn dem „könnte“ nicht hinterher,
sei im Modus nicht zu spät!
Grader Gang, das „Können“ präsent,
lauf nicht, wo Herr Würde lief,
leb lieber in Brennpunkt Infinitiv:
Gehen.
Leben.
Kommen.

In diesem ganzen Eigensinn
will jeder sein wie Huckleberry Finn,
ne Pfeife und drei Freunde,
Piraten ohne Kapitalgewinn.

Leben, du bist Perle in Perlmutt,
Panzerschale, bald kaputt,
da trägt dich einer um den Hals,
bist Accessoire, und ehemals
das Souvenir von Günther Grass’
Urlaubsziel kurz vor Aderlass.

Macht zu Perlmutt was euch kaputt macht,
wer nach Feuer stinkt gewinnt.

Dann, wenn die Wurst ins Feuer fällt,
Asche ihre Pelle quält,
sitzt Steffan nah bei Nina dran,
keiner weiß wer wen gewann.
Beider Haarschopf wird ergriffen
Vom lodern, Wurstrauch inbegriffen.

Nina nennt ihn ihre Perle,
Steffan packt die Schwere
dieser Last,
weiß ganz genau, was er verpasst,
doch geht von dannen.
Denn Nina macht zu Perlmutt
Was sie kaputt macht,
setzt ganz ungewollt,
den Steffan in nen Panzer aus Gold,
Perle in Muschel,
Steffan in Puschen.
Das findet er „schwul“.

Im Bett jeder allein riechen beide zusammen
Den Rauch der ungeschickten Wurstflammen
Der aus ihren Schöpfen steigt.
Vier Augen blitzen in Perlmutt.
2 Herzen beben in Asche und Schutt.
Eine Rippe geht dabei kaputt.

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