Samstag, 12. Dezember 2009

Der Mond hat sich erhangen

Der Mond hat sich erhangen,
die goldnen Sternlein bangen
am Himmel entstellt und karg.
Der Wald steht schwarz und leidet
und aus den Wiesen scheidet
der greiße Feldwebel, unschlagbar.

Wie ist die Welt ohn' Wille
und in des Dämmrungs Mülle
anschaulich und so gescholt',
als ein stiller Jammer,
wo ihr des Tages Drummer
entlarven udn vermessen sollt.

Seht ihr den Mond dort flehen?
Er ist nur halb am Abstehen
und ist noch wund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir famos entfachen,
weil unsre Augen sie nicht durchsehen.

Wir holzen Menschenkinder
mit Scheitel und Erfinder
und wissen gar nicht viel.
Wir gewinnen Luftgespinste
und buchen Femininste,
frommen Eiter vor dem Ziel.

Gott lass uns einen Keil bauen,
auf wicht'ges, vergängliches Grauen
der Ekelheit uns freu'n.
Lass uns grätig werden
und vor dir hier beschweren,
wie Kinder dumm und gefährlich sein.

Wolltest endlich unser Schämen
aus dieser Welt entnehmen
durch einen Brocken Brot.
Und als du uns benommen,
krass auf deinem Ross erklommen,
da sind wir mehr und du bist Schrott.

So legt euch denn ihr Sünder
in des Schrottes Waben nieder,
Gewalt liegt euch im Bauch.
Verschon uns, Gott, von Braven
in denen Hass und Hochmut schlafen,
und unsren blanken Nachbarn auch.

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