Du Moment bist zum Sterben schön.
Und das ist kein Widerspruch.
Nicht zum Sterben zu schön,
sondern eine herrliche Wucht
wohnt jedem Pixel inne.
Bist kein Bild für das man sterben möchte,
man gewinne
an Mut und brächte
sich des perfekten Endes,
dem großartigsten Abspann,
dem Ausspann & dem Umgang,
dem Abgang & dem Draufgang,
dem Aufgang & dem Übergang
halber einfach um.
Man kommt drauf
am Höhepunkt nicht mehr runter zu müssen,
verliert ganz oben auf
die Lust Füße zu küssen,
über Asphalt zu lecken,
Eckenstaub zu zwirbeln,
sich unter Schränken zu verstecken,
durch Erdgeschosse zu wirbeln.
Jetzt hoch hinaus!
An Wolken gekratzt,
den Vogel abgeschossen
& die Sonne geküsst,
scheint als habe man beschlossen
die Taube auf dem Dach zu sein,
dem Wind mal um die Ohren zu peitschen,
ja dem Donnerwetter allein
gesellschaft zu leisten.
Du Moment bist zum Sterben schön.
Und das ist kein Widerspruch!
Denn wenn man der Hoffnung nicht mehr bedarf,
ist das Sterben keine Schlucht,
eher ein Einvernehmen beider Parteien,
wenn sich Schönheit und Tod im Augenblick vereinen.
Dann liegst du einem in den Ohren,
und man sebst spitzt sie & spitzt,
doch du brichst nicht ab.
Scheinst zu höherem auserkoren,
lässt die Kirche im Dorf,
schwebst über der Stadt.
Oh Vollkommendster, du lähmst meine Glieder,
bist Engelschor, nein,
Komponist ihrer Lieder!
Und Wein,
ja Wein!
Süße Droge,
Kotzelachen,
sitzt auf der Empore,
wenn Menschen zu tausendfachen
ins Glase schaun
und sich durch den Boden
dem Ikea-Slogan
anvertraun.
Oh HErrlichster, streichelst meine Seele,
deine Hand aufs Herz,
bist die letzte Wehe
an einem Morgen im März,
die gebährt.
Dir bleibt keine Tür versperrt.
Trittst du erst ein,
trittst du richtig zu,
trittst auf und drauf,
bist Protagonist
des Moments ohne Hunger,
des Moments ohne Schlafmangel,
des Moments ohne jeglichen Kummer,
des Tickens ohne Zeitdruck,
der Mitternacht ohne Aberglaube,
des Klingelns zur Pause,
bist die lockerer Schraube
in Stuttgart 21,
die alles zum Einstürzen bringt.
Oh, wie der Tod um die Schönheit ringt,
ein Meisterwerk, ein Kampf der Giganten,
ein heiliger Krieg auf die Spitze getrieben,
kennt keine Gnade, keine Verwandten.
Er & Sie
Sie & Er
Bruder und Schweste
in einer Badewanne.
Du Moment bist zum Sterben schön.
Und das ist kein Gegensatz.
Mittwoch, 16. Dezember 2009
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