Wird der Tag zur Nacht
und die Nacht zum Tag,
die Laterne dich statt der Sonne bewacht,
die dich sonst im Wachen barg,
du im Dunkeln hellwach bist
und das Licht deine Träume hisst,
so erkennt man ganz schwer,
den verkehrten Rythmus.
Das Glas ist halb leer,
halb voll mit Verdruss.
Wenn alles schläft, bist du auf den Beinen.
Niemand merkt was du tust, bist mit allen im Reinen.
Dieses Empfinden,
dass du neue Ideen hast,
während fast
alle sich im Bette winden,
gibt dir das Gefühl eines Versprungs,
den du täglich wieder einbüßen musst.
Du steigst auf Playbackvögelgezwitscher um,
nimmst gegen deine bleiche Haut Antibiotikum,
weil man dir sagt du wärst tierisch krank,
dabei begehrst du den Mitternachtsgestank
mittlerweile so sehr
und leistest keine Gegenwehr
mehr.
Der Kopf produziert
ein anderes Extrem
dessen Schatten nicht durchnummeriert
sondern dich tanzend versteh'n,
indem
sie dein Bewusstsein ausschalten
und anfangen über deine Ideen zu walten
die mehr mit Fantasie zu tun haben
als in der Vergangenheit zu graben.
Wird der Tag zur Nacht
und die Nacht zum Tag,
schenkst du dem Acht
was dich sonst erschrak.
Du kannst dir gut und gerne vorstellen,
dass du dich deinen Ängsten stellst,
während sich alle anderen im grellen
Sonnenlicht die Gesichter entstellen,
wenn du dich grade mit Wichtigerem quälst.
Es könnte so laufen,
dass du der Einzige bist
der irgendwann sorgenfrei,
zwar blutunterlaufen
und Autist
aber irgendwann sorgenfrei,
zwar von der Hüfte abwärts gelähmt
und Verbarrikadierter
aber irgendwann sorgenfrei
zwar von Gleichgültigkeit gezähmt
und Frustrierter
aber bestimmt bald sorgenfrei!
Zwar ein klein bisschen sesshaft
aber Koordinierter
und sicher irgendwann sorgenfrei!
Eigentlich existierst du nur noch bildhaft
und als Eingravierter,
der die Hoffnung hat, dass ein Hilfeschrei
von überall her gehört werden kann,
auch deine festgefahrene Keilerei
mit dem Sehnsucht-Angst-Gespann.
Wird der Tag zur Nacht
und die Nacht zum Tag
kommt der Weg zurück, in Anbetracht
der Tatsache, dass ein Bombenanschlag
den Rückgang quasi unmöglich macht
einer kleinen Zeitreise gleich:
Der Ausflug in's Schattenreich
war dennoch ein einmaliger Geniestreich.
GING MIT DIR DIE SONNE UNTER?
Donnerstag, 16. Juli 2009
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