Montag, 27. Juli 2009

Hab keine Angst

Was brauche ich Angst, wenn ich Mut haben kann? Sprach der Fuchs.
Was brauche ich Mut, wenn ich ein Fuchs sein kann? Sprach der Igel.
Ihr seid doch besoffen! Sag ich.
Ihr könnt das, was in eurer Macht steht, aber Tiere haben keine Macht.
Ihr hättet nichts, wenn ihr einander nicht hättet!
Wäre der Igel nicht stachelig, wäre der Fuchs nicht weich!
Was wäre ich weich, wenn ich stachelig sein könnte? Fragte der Fuchs.
Du wärst nicht mal weich, weil es kein stachelig gäbe! Sage ich.
Vor Angst fraßen mich der Fuchs und der Igel.
Man kann also auch ohne Mut Angst haben! Riefen sie im Chor.
Hauptsache wir haben einander. Sagte der Igel.

Sonntag, 19. Juli 2009

gehörig

Du gehörst mir nicht.
Schenke dem Gehör und nicht
meinem Besitz.
Denn was ich einst besaß,
hat mich schließlich besessen.
Doch du, sitze nicht auf mir,
als säße einer hier,
der gemächlich sein Gesäße
auf mich presse.
Unter Pression
konnte selten einer einhalten.
Ti-ta-Toilette.

Aber ich will da sein,
wenn du mir nicht gehörst,
sondern gehörig den Verstand verlierst,
ohne zu wissen,
wer dich einst besaß.

Dann ist der Zeitpunkt da,
an dem ich dich nehme und halte.
Du wirst den Verschleiß nicht spüren,
so steige ich über dich.
Si-sa-sex.

Denn verdränge ich nur Zwischenräume.

Bis der Platz platzt.

Ich gehöre dir nicht.
Schenke dem Gehör und nicht
deinem Besitz.
Denn was dein Ohr haben kann,
müssen tausend Worte sein.
Besäßest du mich,
wäre ihnen ausgedient.
Denn Worte interessierten nicht.

Dein Ohr kaue ich dir ab,
bis du die Nervensäge vermisst,
sei es einen Mi-ma-moment mal still…

Donnerstag, 16. Juli 2009

Sich Berg versetzen

Wie fest bist du verankert,
deine Wurzeln greifen tief,
wie sollst du dich Berg versetzen,
du stehst.
Der Boden kennt kein Grün,
und du kennst deinen Boden nicht,
verdeckst den ganzen Untergrund
mit deinem eigenen Gewicht.
Jedem der vorbei läuft
Bietest du dich an,
ein Stück vom großen Kuchen,
frisst dich sonst selbst dann und wann.
Über dich ist Gras gewachsen,
du wirkst so groß und stärker,
dein Inneres ist natürlicher Abfall
und neue Triebe lieben dich.
Dein Haupt wächst in den Himmel,
fast wie eine Kirche denkst du,
manchmal kräht kein Hahn nach dir,
dann stehst du nackt aus Müll,
auf Boden der dir verhasst,
weil Unkenntnis dich dazu treibt.
Wer sind deine Wurzeln?
Himmel gib ihnen Namen,
gib ihnen ein Gesicht.
Ich Berg ballte meine Fäuste
Und riss mich selber aus,
meinen Rumpf zu brechen,
weil er der Grund allen Übels ist.
Was hält mich nur hier fest
am blinden Fleck, im toten Winkel?
Meine Lageenergie ist keine,
ich raufe mir die Sprösslinge,
denn auch ihr Leben gründet auf himmelhochjauchzend bis zu todebetrübt-
Möchte mich Berg versetzen.
Wie zieht man sich nur selbst aus der Erde?
Ich gebe mir die Hand
Und zieh so fest ich kann.
Ich bin hin und her gerissen
Innerlich völlig verschlissen,
mit meinem weisen Wissen
komplett am Ende.
Lege mich auf mein eigen gestopftes Löwenzahnkissen
Huste Pollen,
weine eine Träne
und hüpfe auf dieser Welle davon.

Wann geht die Sonne unter?

Wird der Tag zur Nacht
und die Nacht zum Tag,
die Laterne dich statt der Sonne bewacht,
die dich sonst im Wachen barg,
du im Dunkeln hellwach bist
und das Licht deine Träume hisst,
so erkennt man ganz schwer,
den verkehrten Rythmus.
Das Glas ist halb leer,
halb voll mit Verdruss.
Wenn alles schläft, bist du auf den Beinen.
Niemand merkt was du tust, bist mit allen im Reinen.
Dieses Empfinden,
dass du neue Ideen hast,
während fast
alle sich im Bette winden,
gibt dir das Gefühl eines Versprungs,
den du täglich wieder einbüßen musst.

Du steigst auf Playbackvögelgezwitscher um,
nimmst gegen deine bleiche Haut Antibiotikum,
weil man dir sagt du wärst tierisch krank,
dabei begehrst du den Mitternachtsgestank
mittlerweile so sehr
und leistest keine Gegenwehr
mehr.
Der Kopf produziert
ein anderes Extrem
dessen Schatten nicht durchnummeriert
sondern dich tanzend versteh'n,
indem
sie dein Bewusstsein ausschalten
und anfangen über deine Ideen zu walten
die mehr mit Fantasie zu tun haben
als in der Vergangenheit zu graben.

Wird der Tag zur Nacht
und die Nacht zum Tag,
schenkst du dem Acht
was dich sonst erschrak.
Du kannst dir gut und gerne vorstellen,
dass du dich deinen Ängsten stellst,
während sich alle anderen im grellen
Sonnenlicht die Gesichter entstellen,
wenn du dich grade mit Wichtigerem quälst.
Es könnte so laufen,
dass du der Einzige bist
der irgendwann sorgenfrei,
zwar blutunterlaufen
und Autist
aber irgendwann sorgenfrei,
zwar von der Hüfte abwärts gelähmt
und Verbarrikadierter
aber irgendwann sorgenfrei
zwar von Gleichgültigkeit gezähmt
und Frustrierter
aber bestimmt bald sorgenfrei!
Zwar ein klein bisschen sesshaft
aber Koordinierter
und sicher irgendwann sorgenfrei!
Eigentlich existierst du nur noch bildhaft
und als Eingravierter,
der die Hoffnung hat, dass ein Hilfeschrei
von überall her gehört werden kann,
auch deine festgefahrene Keilerei
mit dem Sehnsucht-Angst-Gespann.

Wird der Tag zur Nacht
und die Nacht zum Tag
kommt der Weg zurück, in Anbetracht
der Tatsache, dass ein Bombenanschlag
den Rückgang quasi unmöglich macht
einer kleinen Zeitreise gleich:
Der Ausflug in's Schattenreich
war dennoch ein einmaliger Geniestreich.

GING MIT DIR DIE SONNE UNTER?

Mittwoch, 15. Juli 2009

Des Lehrers Didaktik

"Du bist nicht dumm,
du bist nur beschränkt!"
"Danke dafür!
Jetzt bin ich enthemmt!"
Du weißt es besser,
denn du bist autoritär.
Ich weiß es nur guter,
meine Kindheit war nicht schwer.
Dafür hab ich witz
& schmeiß mit Goldstücken um mich,
während deine Zeit
nur als Goldstück unter Goldstücken verstrich.

-Und im Endeffekt hast du die 5-Minuten Pause nötiger als ich-

Schwi-Schwa- Klappe halten

Großes arrogantes Mädchen,
so erhaben dein Schweigen klingen mag
ist es das was ich an dir beklag.
Stille ziert deine Mundpartie,
ich entrisse ihr die Zierde, aber wie?

Deine Antwort, eine Antwort für sich
& dich
& sich, euch beide.
Dein ruhiger Atem zwar eine Augenweide
und mir doch kein Begriff.
Deiner Teilnahme am Geschehen fehlt der letzte Schliff,
seh'n dich zaudern
und halten
hinter weichen Mauern
deinen Verstand verwalten-

Oh, weises, arrogantes Mädchen,
was gäb ich um einen deiner Steine
der Resignation!
Mein Schweigen...

Dienstag, 14. Juli 2009

Aufatmen

Einen Augenblick lang
dachte man,
ja man dachte
der Himmel ginge unter,
so wie er munter verstrahlt
und angehaucht da lag,
als hätte er seinen letzten Atemzug getan,
alles Echte und Leben ausgehaucht,
ja man dachte
daran
und vor allem dachte man
er könne einem auf den Kopf fallen,
so dachte man
an sich
und wusste sicher,
dass man selbst auf den Kopf gefallen war.
Er sicher nicht.

Montag, 13. Juli 2009

Schwermut Adé

Die Leichtigkeit haben
in all den Jahren
mit offenen Händen
Taten verschwenden,
weil sie hilfreich sind
und verschwindend
klein, wenn man sie behält,
an einer Hand abzählt.

So unbesorgt leben,
dass einem das Reden
mit keinem Wort schwer fällt,
wenn man Essen bestellt.
Wie man unbesonnen
jeden Tag eine Chance gibt,
dann abends gegen das gewonnen
hat was man verschwenderisch liebt.

leer

Jegliche Gefühle entbehrt
und aufgegeben,
ihnen Empfindlichkeit verwehrt,
sie schließlich zum Verleben
gezwungen,
darum gerungen
von ihnen unbelehrt zu bleiben
und bei Leiben,
meinem und der der anderen,
Betroffenheit nicht mal vorzuschürzen.
Nicht auf der Suche nach Spannenderem,
nicht versuchen Überflussiges zu kürzen.
Kein Tandem
mehr.
Denn
zum Fliegen
zu schwer.
Zum Kriegen
und zum Kämpfen
hab ich mich entfühlt,
spüre keinen Hass, den man dämpfen
sollte, weil er blüht.
Leer.

hinter uns

Ich hatte einen Weg
und beschloss auf ihm zu gehn,
dachte nicht daran, dass mir schräg
ein Wegzoller käm.

Er sagte: Gib mir dein Herz,
ich geb dir nichts dafür zurück,
außer einem Stück
dass du gehen darfst...
...und hinter mir liegt...

Ist das der Preis
den ich zahlen muss, dich zu umgeh'n?
Ich brauch keinen Verbraucherscheiß
muss nix und niemanden ersteh'n.

Ich schlag dir was vor:
Ich nehm dich an der Hand,
wir gehen mein Stück
einfach gemeinsam zurück..
Ich nehm dich an der Hand,
es kostet dich höchstens den Verstand,
der schon hinter mir, hinter mir, hinter mir liegt.

Deine Arme vor der Brust verschränkt,
deinen Blick gen Boden gesenkt,
nahm ich dir vorsichtig das Ruder ab
und hab uns in eine Richtung gelenkt.

Du warst empfindlich für meine Fragen,
die Luft hier drüben tat dir gut,
und dass du ein bisschen angeschlagen
mit mir rum geirrt bist, weckte deinen Übermut.

Wir hatten Paläste,
die aus Regen gebaut,
wir vertrieben Gäste,
welche unerlaubt
unsere Richtung einschlugen.
Wir trugen
den Himmel auf Erden
auf unseren Händen.
Und verlangten von keinem
dass sie es verständen.

Er fragte: Wohin soll das führen?
Werde ich mich zu deinem Anhängsel kühren?
Plötzlich blieb er stehen,
mutierte dazu zurück zu gehen.

"Bleib hier!
Ich zeige dir
nur wer ich bin
und gebe mein Herz dir hin..."

Wie sollte er an mich glauben,
wenn er nicht an sich glaubte?!
Wie sollte er mir vertrauen
wenn er sich nicht traute?

"Trau dich,
trau dir,
trau dich
mit mir!"

Fettes Leben

Oh fettes Land,
oh fettes Leben!
Es trieft der Verstand,
es quillt das Nehmen
über.
Früher
wie heute
jagen wir Beute.
Doch erkannt hat jeder schnell,
Fett schwimmt oben
generell
auf dem Erde-Boden.

Egal was einem zwischen die Finger kommt,
es entgleitet einem promt.
Immernöcher gut genährt
setzt man sich oben auf das nun fritierte Pferd,
das sicher scheint,
ein guter Freund
um darauf auszuruh'n.
Auf totem Material wird unser Tun
von engem Herzen noch diktiert,
dass es sich nicht vor Ungeduld des Anreicherns verliert
kommt einem Wunder gleich,
dessen wir diletantisch
nicht gedenken, uns würde bleich,
weil's jeden angeht,
manchen anfällt,
uns unentdeckt entgegenstrebt,
manchen anbellt.
Und wir lecken uns wie gelähmt
alle zehn Finger beider Hände,
sonst verursachte das heiße Fett Brände!
Noch dazu lassen wir uns einen elften Finger anoperieren,
um auszukosten, zu probieren,
was keine Kosten scheut,
es kostet euch höchstens euch selbst ihr Leut'...
"Wer bekommt die ganze Faust in den Mund,
der soll unser König sein!!", schreit ein Infizierter.
Wann Blamierter?
Lang wird's nicht dauern, oder doch?
Gruben wir uns solch ein schluckendes Loch,
das egoistsich uns umrahmt,
andersartige Handlungen komplett lahmt?!
Käme es drauf an in diesem Zustand König zu werden,
metzelten sich alle die Mäuler groß, um mit der Faust im Mund zu sterben...
Könnte ich in einem Atemzug euch belehren,
euch erfahren machen,
eure Selbstlosigkeit mehren,
euren Mut für die Ewigkeit entfachen,
tät ich's, um ausgehaucht von euch zu gehen.
Wischt über meine Punkte.
Sie werden zu Kommas umgebracht.
Die sich in die Unendlichkeit erstrecken
bis mein Möglichstes vollbracht.
Oh fettes Leben kann verrecken.

dröger Altenheimgeist

In den Tiefen deines Schaukelstuhls,
erzählst du vom Lachen und Vergessen.
Ich werde nur deinen Puls
messen.

Du sagst, sie hätten dir die Haare frisiert
und die Frisur hält
2 Tage und ob es mir gefällt.
Ich gebe dir dein Huhn nur püriert.

Du fragst nach deinem Mann,
ob er vielleicht endlich aus dem Krieg
wiederkommen kann.
Ich schweig.

Du willst meine Hand nehmen,
bist langsam müde.
Ich kann mich nicht zu dir lehnen,
denn ich bin unnahbar, prüde
und erschrocken
über deine trocken
gelegte Haut,
die Falten so hoch wie Häuser baut.
Und laut
deinen Worten
liegt dir nichts mehr verborgen
im Leben.
Was kann ich Menschenkind dir also geben?
Du weißt meinen Namen nicht mehr,
aber kennst mich irgendwoher.
Verlegen tupfe ich deine Essensreste
von deiner Weste
und aus den spröden Mundwinkeln.

Du müsstest pinkeln
und sagst mir von Angesicht zu Angesicht
ohne meine Hilfe könntest du nicht.
Mit Gummihandschuhen tue ich nur meine Pflicht

Du betonst, dass deine Haare noch zerzaust
vom schlimmen, schlimmen Holocaust
und wärst so liebend gern mal wieder schick.
Ich kämme die 3 Haare und weine über den Augenblick,
der meine Fremdheit dir gegenüber wegbläst.
Liebe uralte Frau, wenn du mich nur mit wachen Augen sähst.

Was mich eigentlich nur ängstigt,
ist dein zweites Mal Kindsein,
dass so unbedarft in todesnahen Ketten festliegt,
eingemauert im Altenheim.

Als ich merke wie traurig mich das macht,
überleg ich wie traurig dich das machen könnte,
wenn keiner mehr mit dir lacht,
wo man dir früher Lebensfreude gönnte.

Ich streife die Gummihandschuhe ab,
nehme dich in den Arm,
lege das Gefühl für Vergänglichkeit, dass mich umgab
in dein püriertes Huhn
und werde immun
gegen mein eigenes Mitleid.

Dann steck ich dich in dein schickstes Sommerkleid.

3.9.08

Brocken, diese Tage,
weil alles so geballt und kräftig kommt,
weil jede Kleinigkeit eine riesen Sache ist.

Am letzten Tag ist mir einer ins Auge gefallen
seitdem ist mein Lebensgefühl zeitlos
ich habe die Uhren hinter Bretter geschlagen,
die schönen einfachen Uhren,
um ihn kennen zu lernen
um mich zu verraten-

Da ist plötzlich der Mensch
Ohne den die Nacht zerrüttet wirkt,
weil seine Nähe sich nicht bewahrheitet.
Und in der Wahrheit will ich mit ihm sein,
nirgendwo sonst.

Kümmere dich um mich, will ich sagen.
Sei so willig, wie ich dich will.
Und bin mir während ich das schreibe gewiss,
dass du nur einen Gedankensprung entfernt bist.